Bauernzeitung vom 17.1.03

Merenschwand, 11. Januar 03
Freiämter Agroträff 2003

Wacht auf, das 20. Jahrhundert ist vorbei!

Mit diesen Worten fesselte der Motivationstrainer Andreas Lüthi die Besucherinnen und Besucher des 2. Freiämter Agroträff die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher des 2. Freiämter Agroträff vom letzten Samstag. Jammern nützt nichts! Nur wer sich dem laufend ändernden Umfeld anpasst, wird erfolgreich wirtschaften. Die Welt bewegt sich in die Richtung, die wir wollen! Aber eben: Nur wenn wir wollen. Deshalb Lüthi's wichtigste Sätze, die er allen auf den Waschtischspiegel aufzuschreiben empfahl: Ich will, ich kann und ich werde es tun. Dass er nicht nur leere Worte drosch, bewiesen umgehend drei anwesende Gäste, die auf der Bühne barfuss mit dem Schrei 'ich kann das' auf den Lippen in einen Haufen Glasscherben sprangen, ohne sich zu verletzen.

Der zweite Referent Dani Wismer, ursprünglich aus Rotkreuz stammend, passte genau in dieses von Andreas Lüthi gezeichnete Bild eines mutigen Unternehmers. Ursprünglich gelernter Landwirt, dann Weltenbummler und Gelegenheitsarbeiter entschloss er sich vor gut 8 Jahren , Bergbauer und Yakzüchter zu werden. Seither bewirtschaftet er einen Landwirtschaftsbetrieb von gut dreissig Hektaren in Walliser Bergdorf Emd und hat eine gut 50 Tiere umfassende Yakzucht aufgebaut, organisiert Yaktrekkings durch die Walliser Alpen und zählt inzwischen gut 400 GästeÜbernachtungen pro Jahr auf seinem Bauernhof.

Yak
Aus dem Himalayagebiet stammendes, dem dortigen Klima entsprechend, sehr robustes und kleinwüchsiges Wildrind. Sehr genügsam, dafür gibt es aber auch nur ca. 400 lt. Milch pro Laktation. Daniel Wismer melkt seine Yaks nicht, kann er doch wie er selber sagt 'nur bei einem einzigen Tier das Euter berühren, ohne den Helm anzuziehen'. Yaks sind schwierig zu dressieren: Erst nach einem mehrjährigen Training sind die Tiere für Trekkingeinsätze zu gebrauchen. Ein einziges Mal geriet er im Verlauf eines Yaktrekkings in eine gealpte Eringerherde. Da sei dann 'bös die Post oder besser die Yaks abgegangen' . Seither meidet er mit Rindern bestossene Alpen auf den Trekkingtouren. Siehe auch unter www.yaks.ch

Organisiert worden ist der bereits zum zweiten Mal durchgeführte Agroträff 03 vom Freiämter Landwirtschaftsverein. Der Agroträff soll der landwirtschaftlichen Bevölkerung im Freiamt einen gemütlichen Treffpunkt bieten, mit einem interessanten The-ma und mit genügend Zeit zum gegenseiti-gen Gedankenaustausch.

Das diesjährige Schwerpunktthema 'Motivation statt Resignation' ermunterte denn auch erfreulich viele Bäuerinnen und Bauern zur Teilnahme am Agroträff, sodass sich die Organisatoren an einem fast vollen Saal freuen konnten. Othmar Vollenweider, OK-Präsident führte gekonnt durch das Programm. An-schliessend an die beiden Referenten unterhielt er sich mit vier Freiämter Bäuerinnen und Bauern über ihre Motivation, der Landwirtschaft treu zu bleiben.

Später waren die die Freiämter Landfrauen und Bäuerinnen für das leibliche Wohl der Gäste besorgt. Das Essen stand unter der Motto Tessiner Spezialitäten.

Nach dem Essen folgte der gemütliche Teil: Der Alleinunterhalter Schösu sorgte mit seinen Einlagen für Stimmung, der Wettbewerb mit der Frage 'Wie ist der Begriff Freiamt entstanden' wurde aufgelöst und daneben hatten die Gäste genügend Zeit für interessante Diskussionen mit dem und dieser, die man doch viel zu lange nicht mehr gesehen hatte.

Thomas Rüttimann