
Bäuerin und Konsumentin
im Gespräch
Wenn man näher einkauft, geht es allen
besser: Den Tieren, den Arbeitsplätzen, der Landschaft. Mit
diesem Slogan informiert der Bauernverband Aargau über die
Vorteile der einheimischen Lebensmittel.
Am Mittwoch 1.12.04 verteilte der Bauernverband Aargau in
Zusammenarbeit mit den Volg- und Landifilialen sowie den
landwirtschaftlichen Bezirksvereinen und der landwirtschaftlichen
Schule Liebegg an 120 Standorten über 30'000
Aufklärungsflyer. Grund dafür ist der wieder steigende
Einkaufstourismus. Denn rund 1.5 Milliarden Franken fliessen der
Schweizer Wirtschaft durch den Einkaufstourismus pro Jahr ab.
Über ein Drittel der Haushalte kauft mindestens einmal
jährlich im Ausland ein. Diese wiederum tun dies
durchschnittlich fast neunmal im Jahr und bei drei Vierteln dieser
Haushalte handelt es sich um Wiederholungstäter, die
durchschnittlich gegen einmal pro Woche ennet der Grenze shoppen. Der
Bauernverband Aargau (BVA) ist sich bewusst, dass auch Deutschland
schön ist. Die Einkaufstouristen vergessen nach Ansicht des BVA
beim Auslandeinkauf von Lebensmitteln jedoch einige wichtige
Punkte.
Über 300'000 Arbeitsplätze von der
Landwirtschaft abhängig
Auf den Flyern, welcher der Bauernverband im ganzen Kanton Aargau
verteilt, weisen die Bauern darauf hin, dass die Schweizer
Nahrungsmittel unter den strengsten Umwelt- und
Tierschutzvorschriften der Welt produziert werden und diese deshalb
zurecht etwas mehr kosten dürfen. Ausserdem wird durch die
Produktion von Nahrungsmitteln eine vielfältige, ökologisch
hochstehende Landschaft gepflegt. Man denke hier nur an die
blühenden Obstbäume, Rapsfelder oder die farbigwogenden
Getreidefelder. Mit diesen Lebensmitteln und von der Landwirtschaft
allgemein hängen über 300'000 Arbeitsplätze zusammen,
auch solche, an die man nicht direkt denkt vielleicht sogar
der Eigene!? In den vorgelagerten Bereichen wie beispielsweise
Landmaschinenhändler, Mechaniker und diverse Bauberufe sind es
rund 60'000 Arbeitsplätze und in den nachgelagerten Betrieben
wie Mühlenen, Dienstleistungsbetriebe, diverse Abnehmer und
Verwerter sind es ebenfalls über 60'000 Arbeitsstellen. Hinzu
kommen rund 150'000 Arbeitende im Gross- und Detailhandel mit
Nahrungsmitteln.
Der EU-Bürger bezahlt mehr für
sein Nahrungsmittel
Während die Schweizer nur gerade 8 % der Haushaltsausgaben
für Nahrungsmittel ausgeben, ist dies beim durchschnittlichen
EU-Bürger um mehr als die Hälfte höher. Nordische
Länder benötigen bis einen Drittel ihrer Ausgaben, um den
Bedarf an Nahrungsmitteln abzudecken. Obwohl das Preisniveau in der
Schweiz tendenziell höher ist, so ist es für Herr und Frau
Schweizer billiger und erst noch ökologischer, in der Region
einzukaufen. Die Nahrungsmittel gelangen nämlich in der Schweiz
ohne lange Transportwege frisch auf den Tisch.
Nicht mit dem Mahnfinger
Der Bauernverband Aargau möchte hier mit einer sympathischen
Aktion auf die Zusammenhänge in der Nahrungsmittelproduktion
hinweisen, die heute nicht mehr einfach so erkennbar sind. Nebst dem
Flyer wurden an der Aktion gute Schweizer Produkte wie Äpfel,
ein Rüebli oder auch ein Joghurt abgegeben.
Ralf Bucher
Geschäftsführer Bauernverband Aargau (BVA)