der 4. Generalversammlung
des Freiämter Landwirtschaftsvereins vom Montag 10. März
03, 20.00 Uhr am LBBZ Muri Anwesende
Vorstandsmitglieder FLV: Rainer Weber, Annemarie
Lang, Elisabeth Heiniger, Othmar Vollenweider, Thomas
Rüttimann, Josef Angehrn, Beat Keusch, Thomas
Stutz 1. Begrüssung 2. Wahl der
Stimmenzähler 3. Protokoll der GV vom
22. Januar 2001 4. Zweijahresbericht des
Präsidenten Oktobermesse 2001
Muri Tag der Milch 2. Freiämter
Agroträff 5. Jahresrechnung 2001
und 2002 6. Ersatzwahl in den
Vorstand 7. Verschiedenes und
Umfrage 2. Teil Wohin mit der Milch? -
Verarbeiter erläutern ihre Visionen Gregor Emmenegger -
Direktor AZM Isidor Kunz,
Verwaltungsrat der Napf Milch AG Sepp Brülisauer,
Käserei Künten Der
Protokollführer: Thomas Stutz Islisberg, 15. März
03
Protokoll
der 4. Generalversammlung
Präsident Rainer Weber begrüsst die Anwesenden
Bäuerinnen und Bauern, Referenten, Vertreter aus der
Politik und die Presseleute. Dank an Moritz Blunschi LBBZ
für die zur Verfügung gestellte Infrastruktur und
die Zusammenarbeit auch unter dem Jahr.
Das Protokoll der letzten GV vom 22. Januar 01 wurde mit
der Einladung verschickt. Interessierte können das
Protokoll direkt beim Präsidenten einsehen oder unter
www.frei-land.ch nachlesen.
In den letzten zwei Jahren engagierte sich der FLV mit
verschiedenen Partnern für die Anliegen der
Landwirtschaft. Die Zusammenarbeit mit den jeweiligen
Gruppen war ausgezeichnet. Die Beteiligten waren erstaunt,
wie gut unsere Aktionen bei der Bevölkerung ankamen. Im
Wesentlichen hat sich der FLV an der Oktobermesse 2001 in
Muri, am Tag der Milch und am 2. Freiämter
Agroträff in Merenschwand engagiert.
Vom 4.-7. Oktober 2001 fand in Muri die Oktobermesse statt.
Zusammen mit den Bäuerinnen und Landfrauen des Bezirks
Muri organisierte der FLV ein Zelt und ermöglichte den
Rindermästern, Bio-Bauern, IP-Bauern, Obstproduzenten,
der Oberfreiämter Buurechuchi, Oberfreiämter
Apérochuchi, dem LBBZ, Erlebnis Freiamt und der
Emmental Versicherung einen publikumswirksamen Auftritt.
Sowohl vom Publikum als auch vom OK-Oktobermesse durfte viel
Lob für den gelungenen Beitrag der Landwirtschaft und
die grosse Bereicherung entgegengenommen werden. Herzlichen
Dank allen Helfern!
Am 8. Juni 2002 organisierte der FLV zusammen mit
Käsereigenossenschaften und Milchproduzenten im Auftrag
des Bauernverbandes Aargau den Tag der Milch. An den
Standorten Wohlen, Bremgarten, Muri und Sins wurden gratis
Milchdrinks abgegeben und über Milch und die
Milchproduktion informiert. Besten Dank der AZM für die
gespendeten Drinks. Infos gabs auch über gesunde
Ernährung. Die Kleinen durften sich im Streichelzoo
verweilen, während die Grossen den Wettbewerb
ausfüllten und sich von den anwesenden Landwirten
informieren liessen.
"Motivation statt Resignation" war das Thema beim
zweiten Freiämter Agroträff vom 11. Januar 03 in
Merenschwand. Der FLV und die Bäuerinnen und Landfrauen
organisierten unter der Leitung von Othmar Vollenweider
diesen gelungenen Anlass mit über 170 Besuchern.
Interessante Impulse und Anregungen gabs vom
Motivationstrainer Andreas Lüthi. Er liess die
Freiämter Bauern sogar über Scherben gehen -
barfuss! Wo ein Wille ist, da ist ein Weg! Auch über
die Wichtigkeit von Zielen redete er und zeigte auf, was es
braucht um glücklich und erfolgreich zu sein. Daniel
Wismer gab einen interessanten Einblick in seine Yak-Zucht
im Wallis. Landwirtschaft kann auf verschiedene Arten
betrieben werden und bietet eine Plattform für
interessante Möglichkeiten und Alternativen - das kam
klar zum Ausdruck. Auch junge Landwirte aus dem Freiamt
kamen zu Wort. Über Ihre Träume, Visionen und Ihre
Ziele redeten sie. Sie zeigten auf, worin ihre Motivation
besteht, die nicht immer ganz einfachen Situationen in der
Landwirtschaft und in ihrem Umfeld zu meistern. Das
reichhaltige und sehr feine Essen nach Tessiner Art war ein
wichtiger Bestandteil im Programm und rundete den
schönen Tag ab. Mit dem Komiker Schösu durfte
schliesslich herzhaft gelacht werden.
Othmar Vollenweider stellt die Rechnung vor. Beat
Müller, Rechnungsprüfung, liesst den
Revisorenbericht. Einstimmige Annahme der Rechnung.
(detaillierte Rechnung kann bei Othmar Vollenweider
eingesehen werden)
Folgende Mitglieder werden durch Abstimmung für
eine weitere Amtsperiode eindeutig bestätigt: Othmar
Vollenweider, Thomas Rüttimann, Beat Keusch, Thomas
Stutz.
Rainer Weber gibt sein Amt als Präsident des FLV ab und
tritt aus dem Vorstand aus. Ein herzliches Dankeschön
für die erfolgreiche und sehr angenehme Zusammenarbeit
mit Rainer Weber während seiner Zeit im Vorstand FLV.
Thomas Rüttimann überreicht ihm ein Geschenk
Neu in der Vorstand gewählt wird Christine Villiger,
Bäuerin und Hausfrau aus Oberwil-Lieli. Wir freuen uns
auf die gemeinsame Zusammenarbeit.
Für das Amt des Präsidenten stellt sich Othmar
Vollenweider zur Verfügung. Die Wahl ist einstimmig.
Wichtig für die Zukunft sei, so Vollenweider, eine
gesunde Motivation an den Tag zu legen und sich Ziele zu
stecken und diese entsprechend konsequent auch zu verfolgen
und umzusetzen.
Andreas Villiger, BVA, informiert über das 200
Jahre Jubiläum des Kt. AG vom 28. - 31. August 03 in
Aarburg. Wichtig sei, dass sich die Landwirtschaft dort gut
integriert und die Plattform für einen sinnvollen
Auftritt nutzt. Gute Zusammenarbeit und Einsatz werden einen
grossen Erfolg bringen.
Ralph Bucher, BVA, gibt weiter Auskunft über
verschiedene Aktivitäten des BVA. Demnächst werde
das Messekonzept für die Mitgliedorganisationen
vorgestellt. Vom 2. - 6. April findet in Aarau die AMA
statt. Die Landwirtschaft wird dort unter dem Motto
"Schlaraffenland Aargau" auftreten. Es werden auch
Schulklassen eingeladen. Information und Aufklärung der
Kinder und Jugendlichen sei sehr wichtig, so Bucher.
An der BVA-Tagung vom 24. März wird Christoph Darbellay
über die Gestaltung der Direktzahlungen im Rahmen der
AP2007 informieren.
Die Generalversammlung des BVA findet am 9. April statt.
Zum Thema LBBZ Muri meldet sich Josef Angehrn zu Wort.
Zügeltermin ist der 5. u. 6. Juni. Die Beratung wird
dann am LBBZ Liebegg wahrgenommen.
Weiterbildungsveranstaltungen und Lehrlingsausbildung werden
weiterhin in der Region stattfinden.
Der Milchmarkt wird sich verändern. Prognosen zu
machen ist nicht einfach. Evtl. werden wir im 2010
Viehhaltebeiträge anstelle von Marktstützungen
haben. Generell werden weniger Instrumente eingesetzt, die
den Markt beeinflussen. Die Milch wird in unserem Land eine
grosse Bedeutung beibehalten. Die Menge wird mit gewissen
Regeln auch in Zukunft organisiert sein, allerdings direkt
mit den Abnehmern. Als Anbieter müsse man mit den
Abnehmern (Bsp. MIGROS, COOP) wachsen können, um
langfristig die Lieferbereitschaft, die Zusammenarbeit und
schliesslich das Überleben zu sichern. Das Milchland
Schweiz muss neu erfunden werden und den veränderten
Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden, so die
Schlussfolgerungen von Emmenegger zum Thema Milchmarkt
2010.
Bezüglich Marken besteht die AZM darauf, sich auf
einige wenige aber starke Marken zu konzentrieren.
Investitionen in Produktion und Logistik sind sinnvoller als
in den Aufbau neuer Marken. Wichtig sei aber generell, sich
so zu verhalten, dass wir agieren können und nicht
reagieren müssen. Auf die Frage nach Exportchancen gibt
Emmenegger klar zum Ausdruck, dass dies ein schwieriges
Unterfangen ist. Es stellt sich immer die Frage zu welchem
Preis und mit welchen Massnahmen. Eine Konzentration auf die
Stärken im Inland sei wesentlich sinnvoller.
Vor fünf Jahren wurde die Napf Milch AG mit 50
Bauern gegründet. Hinzu kommen 150 nichtbäuerliche
Aktionäre. Ziel ist, Spezialitäten mit Milch und
Kräutern herzustellen. Produkte ohne künstliche
Zusatzstoffe herzustellen, das ist die Philosophie. Die
Napfmilch AG beliefert MIGROS, COOP und MANOR mit
Kräuter-Frischkäse und Kräuterjoghurt. Der
Milchmarkt in der Schweiz wird auch bis im 2010 nicht
wachsen. Wichtig ist grundsätzlich zu produzieren, was
verkauft werden kann. Spezialitäten werden zusehends
wichtiger und ermöglichen auch einen höheren
Erlös. Eine Idealgrösse gibt es nicht, auch nicht
für die Zusammenarbeit mit Grossabnehmern. Wichtig ist,
ein gutes Verhältnis zu pflegen und gemeinsam
Aktivitäten zu gestalten. Marketingmassnahmen sind halt
im Absatzbereich immer sehr wichtig.
Besser viele Abnehmer zu beliefern als von einigen
wenigen abhängig zu sein, das ist seine Philosophie.
Oder ähnlich gesagt, wer wenig Konkurrenten will, muss
auch die schwierigen Aufgaben lösen. Also das
herstellen, was nicht jeder macht oder kann. Wer nicht mit
der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen - das könnte
die Schlussfolgerung daraus sein.Wenn die Kontingentierung
aufgehoben wird werden je nach Verarbeitung und Vermarktung
evtl. verschiedene Milchpreise bezahlt. Silofreie Milch wird
auf jeden Fall rar werden, so Brülisauers
Überzeugung. Er will gesund wachsen, immer wieder
investieren aber unabhängig bleiben und bestimmt nicht
zu einem unübersichtlichen Grossbetrieb
werden.