
Hier braucht's nicht einmal
Homöopatie...
Der Freiämter Landwirtschaftsverein FLV,
seines Zeichens aktiv im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für
die Freiämter Bauern, lud am 30. März 2005 zur GV an der
ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule in Muri ein. Othmar
Vollenweider, Präsident FLV, sprach zur Einleitung ein paar
Punkte an, die derzeit vielen Bauernfamilien in unserem Land grosse
Sorgen bereiten. Der Kosten- und Leistungsdruck in der Landwirtschaft
ist enorm gross - so gross, dass viele nicht mehr Stand halten
können. Viele Produzentenpreise sind seit Jahren oder gar
Jahrzehnten gleich geblieben, während sich die Kosten für
die Produktion vervielfacht haben. Und nun gehen seit Jahren
zahlreiche Preise für landwirtschaftliche Produkte sogar stark
zurück, während die Kosten weiter steigen und die
Vorschriften zur Produktion zusehends verschärft werden.
Zu erkennen ist heute auch eindeutig, dass Qualität und Herkunft
immer häufiger sekundäre Kaufargumente darstellen. Wichtig
für viele Konsumenten ist der tiefe Preis. Der Druck aus dem
Ausland durch billige Massenimporte und beachtlichen
Einkaufstourismus nimmt zu!
Interessant ist aber die Tatsache, dass in einer Zeit, in der
mittelgrosse, gut positionierte landwirtschaftliche Familienbetriebe
in unserem Land und in vielen anderen Ländern auch, häufig
extrem tiefe Einkommen erzielen und um das Überleben
kämpfen müssen, während die multinationalen
Nahrungsmittelverarbeitungskonzerne, wie zum Beispiel Néstle,
Philipp Morris, Unilever, Danone, etc. jährlich bis sieben
Milliarden Franken Nettogewinn erzielen. Haben Sie sich über
diese Mechanismen auch schon Gedanken gemacht?
Tätigkeiten FLV
Der FLV setzt sich zusammen mit den Milchproduzenten in unserer
Region alljährlich für den Tag der Milch ein. Der Verein
organisiert und hilft auch beim 1. August Brunch, informiert an
Gewerbeausstellungen und an Tagen der offenen Türen,
veröffentlicht Infoberichte zur Landwirtschaft in den
Regionalzeitungen, organisiert im zweijahres Rhythmus den beliebten
Freiämter Agro-Träff, unterstützt Aktionen zum
Beispiel gegen Einkaufstourismus, macht
Weihnachts-Glückwunschaktionen für unsere Bauern, usw.
Zur Bündelung der Kräfte wird derzeit auch eine Integration
des FLV in den Bauernverband Aargau BVA geprüft.
Chancen und Grenzen der Homöopathie im
Kuhstall
Homöopathie wird also nicht nur beim Mensch, sondern auch
bei Tieren mit Erfolg eingesetzt - das zeigte der Tierarzt Alfons
Knüsel aus Muhen eindrücklich auf. Homöopathie heisst
übersetzt: Ähnliches mit Ähnlichem heilen. Ein
zentraler Begriff dieser Alternativmedizin ist die Lebenskraft. Das
ist die Kraft, die uns am Leben erhält. Krankheiten können
wir weder sehen noch messen. Symptome hingegen sehen wir. - Es sind
die Reaktionen des Körpers auf die Krankheit. Die
Homöopathie setzt sich zum Ziel, den Körper/Organismus
wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Patient, die Kuh wird als
Einheit betrachtet. Nicht das Euter als solches, sondern die Kuh wird
behandelt. Die Gesamtheit der Symptome zählt, erklärt
Alfons Knüsel. Aus diesem Grund sind auch genaue Beobachtung und
Aufzeichnung für eine erfolgreiche Homöopathie sehr
wichtig.
Die Homöopathie stellt also eine zusätzliche
Therapiemöglichkeit dar, sie verursacht keine Verluste durch
Absetzfristen, wie das beim Einsatz chemischer Medikamente der Fall
ist. Sie reduziert den Einsatz von Antibiotika und verbessert
entsprechend die Resistenzlage. Hinzu kommt das höhere Vertrauen
der Konsumenten gegenüber dieser Behandlungsmethode. Der
Landwirt kriegt eine andere und intensivere Beziehung zu seinen
Tieren.
Alfons Knüsel zeigt aber auch klar auf, dass eine kritische
Betrachtung wichtig ist und Homöopathie dort eingesetzt werden
soll, wo es Sinn macht. Es geht nicht darum, beispielsweise
vollständig auf Antibiotika zu verzichten. Wichtig ist, sich
klare Ziele zu stecken und die richtige Methode zu wählen.
Anhand von Fallbeispielen zeigt er einige Erfahrungen aus seiner
Tätigkeit als Tierarzt mit Kenntnissen im
Alternativmedizinbereich auf - es ist erstaunlich, was mit
Homöopathie möglich ist!
Für den Freiämter
Landwirtschaftsverein
Thomas Stutz